Wenn du in Bayern ein kleines oder mittleres Unternehmen führst und über eine neue Website, einen Onlineshop oder mehr IT-Sicherheit nachdenkst, lässt der Freistaat dich einen erheblichen Teil der Kosten nicht selbst tragen: Der Digitalbonus Bayern übernimmt bis zu 50 % deiner Ausgaben – als Zuschuss, den du nicht zurückzahlst.
Ich begleite regelmäßig Betriebe durch genau diese Projekte und sehe dabei zwei Dinge immer wieder: Der Digitalbonus ist bekannter als er genutzt wird, und die meisten scheitern nicht am Programm, sondern an einem vermeidbaren Formfehler. In diesem Leitfaden bekommst du deshalb beides – die harten Zahlen für 2026 und den Ablauf, mit dem der Antrag durchgeht. Wenn du es eilig hast: Mit unserem kostenlosen Förder-Check für den Digitalbonus Bayern prüfst du in zwei Minuten, ob dein Vorhaben passt und mit welchem Zuschuss du rechnen kannst.
Was ist der Digitalbonus Bayern?
Der Digitalbonus ist ein Förderprogramm des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft. Ziel ist es, kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bei der Digitalisierung ihrer Produkte, Dienstleistungen und Prozesse sowie bei der Verbesserung ihrer IT-Sicherheit finanziell zu unterstützen. Ausgezahlt wird ein echter Zuschuss – kein Kredit und keine Beteiligung.
Das Programm läuft in der aktuellen Auflage vom 01.07.2024 bis zum 31.12.2027. Weil die Mittel begrenzt sind und Anträge in der Reihenfolge des Eingangs bearbeitet werden, lohnt es sich, ein geplantes Projekt nicht auf die lange Bank zu schieben. Alle offiziellen Details findest du auf der Programmseite unter digitalbonus.bayern – die Zahlen in diesem Artikel stammen genau von dort.
Wer ist förderfähig?
Gefördert werden KMU mit einer Betriebsstätte oder Niederlassung in Bayern. Die wichtigsten Voraussetzungen im Überblick:
- Unternehmensgröße: weniger als 50 Beschäftigte.
- Wirtschaftliche Größe: ein Jahresumsatz oder eine Bilanzsumme von höchstens 10 Mio. €.
- Standort: die geförderte Betriebsstätte liegt in Bayern.
- De-minimis-Grenze: dein Unternehmen hat die Grenze für De-minimis-Beihilfen von 300.000 € über die letzten drei Steuerjahre noch nicht ausgeschöpft.
Zulässig sind Betriebe aus nahezu allen Branchen – vom Handwerk über Handel und Gastronomie bis zu freien Berufen und Industrie. Ob dein Betrieb konkret passt, sagt dir am schnellsten der Förder-Check, ohne dass du dich durch Merkblätter arbeiten musst.
Was wird gefördert?
Im Kern fördert der Digitalbonus zwei Dinge: die Digitalisierung und die IT-Sicherheit. Typische förderfähige Vorhaben sind eine neue oder grundlegend überarbeitete Website, ein Onlineshop, digitale Prozesse und Software sowie Maßnahmen, die deine Systeme absichern. Hardware wird nur gefördert, wenn sie unmittelbar zum digitalen Vorhaben gehört.
Welche Projekte konkret zählen – und was ausdrücklich nicht gefördert wird (etwa reine Ersatzbeschaffungen oder laufende Betriebskosten) – habe ich in einem eigenen Beitrag ausführlich aufgeschlüsselt: Digitalbonus Bayern – was wird gefördert?. Ein Detail, das oft übersehen wird: Laufende SaaS- und Lizenzgebühren sind nur für maximal 18 Monate förderfähig.
Höhe & Fördersätze: Standard vs. Plus
Der Zuschuss beträgt bis zu 50 % der förderfähigen Kosten. Die förderfähigen Projektkosten müssen mindestens 4.000 € betragen. Wie hoch der Zuschuss maximal ausfällt, hängt von der Variante ab:
- Digitalbonus Standard: Zuschuss von bis zu 7.500 €. Die richtige Wahl für die meisten Website-, Shop- und Prozessprojekte.
- Digitalbonus Plus: Zuschuss von bis zu 30.000 € – für Vorhaben mit besonderem Innovationsgehalt, etwa anspruchsvolle IT-Sicherheit oder den Einsatz von künstlicher Intelligenz.
Als Faustregel gilt: Liegt dein gesamtes Projektvolumen bei bis zu 15.000 €, beantragst du den Standard – selbst dann, wenn das Vorhaben innovativ ist. Erst darüber wird Plus relevant. Welche Variante für dein Projekt die passende ist und wie die Zuschusshöhe konkret berechnet wird, erkläre ich im Detail unter Digitalbonus Standard vs. Plus.
Ein Rechenbeispiel: Kostet dein Website-Relaunch 12.000 €, liegen 50 % bei 6.000 € – die bekommst du im Standard voll als Zuschuss. Genau diese Rechnung nimmt dir der Förder-Check automatisch ab.
Antrag Schritt für Schritt
Der Ablauf ist überschaubar, aber die Reihenfolge ist entscheidend. So gehst du vor:
- Projekt definieren: Beschreibe klar, was du digitalisieren willst, und hol dir ein belastbares Angebot von deinem Dienstleister ein.
- Variante wählen: Standard oder Plus – abhängig von Projektvolumen und Innovationsgehalt.
- Online beantragen: Den Antrag stellst du über das offizielle Antragsportal unter digitalbonus.bayern.
- Auf den Bescheid warten: Die zuständige Bezirksregierung prüft und erteilt den Zuwendungsbescheid.
- Erst dann starten: Ab dem Bescheid hast du in der Regel 18 Monate Zeit, das Projekt umzusetzen und abzurechnen.
Den kompletten Ablauf mit allen Unterlagen und einer Checkliste zum Abhaken findest du unter Digitalbonus Bayern beantragen: Schritt für Schritt.
Häufige Fehler, die Förderung kosten
Der mit Abstand teuerste Fehler: vor dem Bescheid mit dem Projekt beginnen. Der Digitalbonus fördert nur Vorhaben, die noch nicht begonnen haben. Schon eine unterschriebene Auftragsbestätigung oder eine Anzahlung an deinen Dienstleister kann als Projektbeginn gelten – und dann ist die Förderung weg, egal wie gut der Antrag ist.
Weitere Stolperfallen, die ich immer wieder sehe:
- Angebot zu vage: Aus dem Angebot muss klar hervorgehen, was digitalisiert wird. Ein pauschales „Website" reicht der Prüfstelle nicht.
- Falsche Variante: Ein innovatives Projekt unter 15.000 € gehört trotzdem in den Standard.
- Frist verpasst: Die 18 Monate ab Bescheid laufen schneller, als man denkt – gerade bei größeren Vorhaben.
Wichtig zu wissen: Die Förderentscheidung liegt bei der zuständigen Bezirksregierung. Wir beraten zur Positionierung deines Projekts und begleiten den Antrag – eine Garantie auf Förderung gibt es nicht.
Dein nächster Schritt
Der Digitalbonus Bayern ist eine der wenigen Förderungen, bei denen sich der Aufwand fast immer rechnet: bis zu 7.500 € (Standard) oder 30.000 € (Plus) Zuschuss für ein Projekt, das dein Unternehmen ohnehin voranbringt. Der einzige echte Fehler ist, es gar nicht erst zu prüfen.
Fang deshalb mit dem kostenlosen Förder-Check an – zwei Minuten, keine Anmeldung, und du weißt, woran du bist. Wenn du in Oberfranken sitzt, lies zusätzlich, wie oberfränkische Betriebe den Digitalbonus nutzen, und wirf einen Blick auf unsere Region Oberfranken. Für die Umsetzung stehen dir danach unser Webdesign und unsere SEO-Leistungen zur Seite.


