Wer eine neue Website braucht, steht schnell vor derselben Frage: selbst machen, jemanden beauftragen - und wenn ja, wen? Die Antwort hat sich in den letzten Jahren spürbar verschoben, weil eine einfache Website heute technisch leichter zu bauen ist als noch vor fünf Jahren.
Die kurze Antwort: Baukasten und Selbstbau lohnen sich, wenn die Website einfach bleiben darf und deine Zeit günstiger ist als das Honorar. Freelancer und Agenturen lohnen sich, wenn Struktur, Sichtbarkeit, Conversion und Wartbarkeit über Jahre zählen - also immer dann, wenn die Website tatsächlich Anfragen bringen soll.
Gehen wir die fünf realistischen Wege durch.
Website-Baukasten: schnell, günstig, begrenzt
Baukästen wie die bekannten Anbieter sind gut in dem, wofür sie gemacht sind: Du klickst dir aus Vorlagen in wenigen Tagen etwas Vorzeigbares zusammen, zahlst eine überschaubare Monatsgebühr und musst dich um Server und Updates nicht kümmern.
Wofür das gut passt: eine erste Online-Präsenz, ein Projekt mit kleinem Budget, eine Seite, die vor allem informieren soll, oder ein Test, bevor größer investiert wird.
Wo es eng wird: Die Grenzen zeigen sich meist nicht am Anfang, sondern nach ein bis zwei Jahren. Typisch sind Ladezeit-Probleme durch mitgeliefertes Ballast-JavaScript, begrenzte Kontrolle über technische SEO-Details, Vorlagen, die deinem Wettbewerb ähnlich sehen, und die Tatsache, dass du deine Inhalte nur schwer wieder herausbekommst, wenn du wechseln willst. Wer später umzieht, zahlt die Migration nach.
Realistische Kosten: grob 10 € bis 40 € pro Monat plus deine Arbeitszeit - und die ist der eigentliche Posten. Eine ordentliche Baukasten-Website kostet dich je nach Anspruch mehrere Arbeitstage.
Freelancer: persönlich, flexibel, abhängig von einer Person
Ein guter Freelancer ist oft die wirtschaftlichste Variante für kleine und mittlere Projekte. Du sprichst direkt mit der Person, die baut, die Wege sind kurz, und die Stundensätze liegen unter denen größerer Agenturen.
Wofür das gut passt: klar umrissene Projekte, Unternehmen mit einer konkreten Vorstellung, Budgets im mittleren Bereich.
Worauf du achten solltest: Freelancer sind Spezialisten mit Schwerpunkt. Jemand mit Designhintergrund liefert oft schöne Ergebnisse, ohne technische SEO tief abzudecken; jemand mit Entwicklungshintergrund baut sauber, gestaltet aber konservativer. Frag deshalb konkret nach dem Schwerpunkt statt nach dem Berufstitel.
Das größere Risiko ist Verfügbarkeit: Urlaub, Krankheit, ein Wechsel in eine Festanstellung - und deine Website hat keinen Ansprechpartner mehr. Kläre vorher, wie Wartung und Erreichbarkeit geregelt sind und wem Zugänge und Quellcode gehören.
Klassische Agentur: Breite und Prozess, dafür teurer
Agenturen bringen ein Team mit: Design, Text, Entwicklung, teils Fotografie und Marketing. Für größere Projekte mit vielen Beteiligten und Abstimmungsrunden ist dieser Prozess ein echter Vorteil, und Ausfälle einzelner Personen sind abgefedert.
Wofür das gut passt: umfangreiche Projekte, Markenauftritte, Unternehmen, die mehrere Gewerke aus einer Hand wollen.
Worauf du achten solltest: Viele klassische Webprojekte werden stark aus der Designperspektive gedacht. Das führt zu Websites, die im Pitch großartig aussehen und im Alltag nur mittelmäßig arbeiten - weil Ladezeit, Struktur, Auffindbarkeit und Conversion erst spät oder gar nicht Thema waren. Frag deshalb früh, wie SEO- und Performance-Themen im Prozess verankert sind und wer sie verantwortet.
Der zweite Punkt ist Kostenstruktur: Overhead, Projektmanagement und Abstimmungsrunden sind Teil des Preises. Bei einem großen Projekt ist das gerechtfertigt, bei einer Fünf-Seiten-Website oft nicht.
Technisch orientierter Webpartner: der Mittelweg
Zwischen Freelancer und großer Agentur gibt es Anbieter, die klein genug für kurze Wege und breit genug für Technik, Sichtbarkeit und laufenden Betrieb sind. Da ordnen wir uns selbst ein, deshalb sagen wir offen, worin der Unterschied liegen sollte.
Unser Ausgangspunkt ist nicht das Layout, sondern der Zweck: Was soll die Website leisten, wer soll sie finden, und was soll danach passieren? Design, Technik, Ladezeit, Auffindbarkeit und Conversion gehören für uns zusammen statt nacheinander. Was das konkret bedeutet, steht auf unserer Webdesign-Seite - und die SEO-Grundlagen bauen wir dabei mit ein, statt sie nach dem Launch nachzurüsten.
Wofür das gut passt: kleine und mittlere Unternehmen, die eine Website wollen, die tatsächlich Anfragen bringt, ohne ein Agenturbudget aufzurufen - und die danach nicht selbst Server und Updates betreuen möchten.
Selbst bauen mit KI-Unterstützung: unterschätzt, aber mit Haken
Das ist die ehrlichste Veränderung der letzten Jahre: Wer technisch versiert ist, kann heute mit KI-Werkzeugen eine einfache, ordentliche Website bauen. Wir arbeiten selbst täglich mit diesen Werkzeugen und halten es für unglaubwürdig, das kleinzureden.
Wofür das gut passt: technisch interessierte Gründer, einfache Seiten, knappe Budgets, Projekte, bei denen Lernen Teil des Ziels ist.
Wo es kippt: Die Werkzeuge erzeugen zuverlässig etwas, das aussieht wie eine Website. Was sie dir nicht abnehmen, sind die Entscheidungen davor und danach: Welche Seiten braucht dein Angebot überhaupt? Wonach suchen deine Kunden tatsächlich? Wie ist die Seite strukturiert, damit Suchmaschinen und KI-Systeme sie verstehen? Was passiert bei einem Sicherheitsupdate? Wer kümmert sich, wenn in acht Monaten etwas kaputtgeht?
Genau dort ist der Wert professioneller Hilfe hingewandert. Nicht mehr ins reine Zusammenbauen von Seiten, sondern in Struktur, Strategie, Umsetzungsqualität, Auffindbarkeit und Betrieb - und in die Zeit, die du nicht in ein Nebenprojekt steckst.
Der Vergleich auf einen Blick
Die fünf Wege nach den Kriterien, die im Alltag wirklich zählen:
- Baukasten: niedrigste Anfangskosten, hoher Eigenzeitaufwand, solide Basisqualität, technische Grenzen bei SEO und Ladezeit, Wartung inklusive, Umzug später aufwendig.
- Freelancer: mittlere Kosten, geringer Eigenzeitaufwand, Qualität stark vom Schwerpunkt der Person abhängig, Wartung individuell zu klären, Abhängigkeit von einer Person.
- Klassische Agentur: höchste Kosten, geringer Eigenzeitaufwand, hohe gestalterische Qualität, technische und SEO-Tiefe unterschiedlich, planbare Prozesse, gute Ausfallsicherheit.
- Technischer Webpartner: mittlere Kosten, geringer Eigenzeitaufwand, Schwerpunkt auf Technik, Sichtbarkeit und Conversion, laufender Betrieb meist als Paket, weniger Kapazität für sehr große Markenprojekte.
- Selbst bauen mit KI: geringste Geldkosten, höchster Zeitaufwand, Qualität abhängig von deinem Wissen, Wartung komplett bei dir, größtes Risiko bei Struktur und Auffindbarkeit.
Was die Preisklassen konkret bedeuten, haben wir im Artikel Was kostet eine professionelle Website 2026 aufgeschlüsselt.
Vier Fragen, die die Entscheidung meist klären
Wenn du unsicher bist, helfen diese Fragen mehr als jeder Anbietervergleich:
- Soll die Website Anfragen bringen oder vor allem existieren? Wenn Anfragen zählen, brauchst du Struktur und Sichtbarkeit - und damit jemanden, der das kann.
- Wie viel Zeit willst du selbst investieren? Rechne bei Selbstbau ehrlich mit mehreren Tagen, nicht Stunden. Deine Zeit hat einen Preis.
- Wer kümmert sich in zwei Jahren? Updates, Backups, kleine Änderungen. Wenn darauf niemand eine Antwort hat, ist das die eigentliche Kostenfalle.
- Gibt es eine Bestandswebsite? Dann ist es kein Neubau, sondern ein Umzug - mit Weiterleitungen und Migrationsarbeit. Woran du merkst, dass es so weit ist, steht in unserem Artikel zu den Anzeichen für einen Website Relaunch.
Fazit: Welche Lösung passt zu deinem Unternehmen?
Es gibt keine generell beste Option, aber es gibt klare Muster. Wenn dein Budget sehr klein ist und die Website vor allem informieren soll, ist ein Baukasten eine vernünftige Entscheidung. Wenn du technisch fit bist und Zeit hast, kommst du mit KI-Unterstützung weit. Wenn die Website Teil deiner Kundengewinnung ist, du eine Bestandsseite ablösen musst oder schlicht keine Zeit hast, ist professionelle Hilfe fast immer die wirtschaftlichere Wahl - nicht weil Selbstbau nicht ginge, sondern weil die Entscheidungen drumherum den Unterschied machen.
Und unabhängig vom Weg gilt: Eine Website sollte nicht nur Eindruck machen, sondern einen Zweck erfüllen. Wer soll sie finden, was soll sie auslösen, und wie wird sie über Jahre gepflegt - das entscheidet mehr über den Erfolg als die Wahl zwischen Agentur und Freelancer.
Du bist unsicher, welcher Weg für dein Unternehmen sinnvoll ist? Lass uns unverbindlich sprechen. Wir sagen dir auch ehrlich, wenn ein Baukasten für deinen Fall völlig ausreicht - und wenn deine Inhalte für KI-Suchen noch nicht gut aufbereitet sind, ist unsere Seite zu GEO und KI-Suche der nächste sinnvolle Schritt.


