"Kann man dafür sorgen, dass ChatGPT uns empfiehlt?" Diese Frage bekommen wir inzwischen häufiger als jede klassische SEO-Frage. Und sie verdient eine ehrliche Antwort statt eines Verkaufsversprechens.
Die kurze Antwort: Es gibt keinen Anmeldevorgang und keine Schaltfläche, mit der du dein Unternehmen bei ChatGPT einträgst. Was du beeinflussen kannst, ist die Grundlage - ob die Informationen über dein Unternehmen im Netz vorhanden, eindeutig, konsistent und technisch zugänglich sind. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, korrekt wiedergegeben zu werden. Eine Garantie gibt es nicht, und wer sie verspricht, sollte misstrauisch machen.
Der Begriff für diese Arbeit hat sich als GEO eingebürgert - Generative Engine Optimization. Schauen wir uns an, was tatsächlich dahintersteckt.
Was ist GEO?
GEO bezeichnet die Arbeit daran, dass generative KI-Systeme die Inhalte und Fakten eines Unternehmens korrekt erfassen, verstehen und in ihren Antworten wiedergeben können.
Der Unterschied zur klassischen Suchmaschinenoptimierung liegt im Ziel: Bei SEO geht es darum, in einer Ergebnisliste möglichst weit oben zu stehen. Bei GEO geht es darum, Teil einer generierten Antwort zu sein - genannt, zitiert oder als Quelle verlinkt zu werden. Die Mittel überschneiden sich dabei stärker, als viele annehmen. Den ausführlichen Vergleich haben wir in SEO vs. GEO aufgeschrieben.
Woher KI-Systeme ihre Informationen über dein Unternehmen nehmen
Das ist der Teil, den man verstehen muss, um sinnvoll zu arbeiten. Es gibt im Wesentlichen drei Wege, und sie funktionieren unterschiedlich.
Erstens: Trainingsdaten. Das Modell hat beim Training große Mengen Text aus dem Netz verarbeitet. Was dort enthalten war, kann als allgemeines Wissen abrufbar sein. Für ein lokales Unternehmen ist dieser Weg meist der schwächste: Kleine Betriebe sind in Trainingsdaten kaum präsent, und die Daten haben einen Stichtag. Neue Informationen kommen dort nicht an.
Zweitens: Suche und Abruf zur Laufzeit. Das ist heute der wichtigste Weg. Moderne Assistenten durchsuchen bei aktuellen oder lokalen Fragen das Web und fassen die gefundenen Seiten zusammen. Genau deshalb ist klassische Auffindbarkeit die Grundlage: Was in der Suche nicht gefunden wird, kann auch nicht zusammengefasst werden.
Drittens: Quellen Dritter. Verzeichnisse, Branchenportale, Presseartikel, Bewertungsplattformen, Vereins- und Verbandsseiten. Für lokale Unternehmen sind diese Erwähnungen oft aussagekräftiger als die eigene Website, weil sie unabhängig bestätigen, dass es dich gibt und was du tust.
Aus dieser Aufteilung folgt die wichtigste praktische Erkenntnis: Der größte Hebel für KI-Sichtbarkeit ist nicht ein spezieller KI-Trick, sondern dass deine Informationen im offenen Netz sauber, aktuell und auffindbar sind.
Was du konkret tun kannst
Die folgenden Punkte sind das, was sich aus den offiziellen Aussagen der Anbieter und aus der Funktionsweise dieser Systeme ableiten lässt. Sie können die Wahrscheinlichkeit erhöhen, korrekt erfasst zu werden - sie sind keine Schalter.
- Technisch zugänglich sein. Deine Seiten müssen für Crawler erreichbar sein und ohne JavaScript-Ausführung lesbaren Text liefern. Prüfe außerdem in deiner robots.txt, welche KI-Crawler du zulässt. Das ist eine bewusste Entscheidung: Wer sie aussperrt, kann nicht als Quelle auftauchen. OpenAI dokumentiert seine Crawler in einer eigenen Übersicht.
- Eindeutige Grundfakten an einer Stelle. Firmenname, Leistungen, Einzugsgebiet, Standort, Kontakt, Öffnungszeiten - klar formuliert und über alle Kanäle identisch. Widersprüche zwischen Website, Unternehmensprofil und Verzeichnissen sind der häufigste Grund für falsche Antworten.
- Fragen direkt beantworten. Ein Abschnitt, der mit der Antwort beginnt statt mit einer Einleitung, lässt sich leichter zitieren. Wer erst nach vier Absätzen zur Sache kommt, liefert nichts Zitierbares.
- Eigene Seiten pro Thema. Eine Seite je Leistung schlägt eine Sammelseite mit acht Stichpunkten - für Menschen wie für Maschinen.
- FAQ-Bereiche mit echten Fragen. Frage-Antwort-Paare sind das Format, das am direktesten zu dem passt, was Nutzer in einen Assistenten eintippen.
- Konsistente Bezeichnungen. Nenn dein Unternehmen und deine Leistungen immer gleich. Drei Schreibweisen desselben Angebots erschweren die Zuordnung.
- Erwähnungen aufbauen. Innungen, Verbände, Vereine, lokale Presse, Branchenverzeichnisse, Kooperationspartner. Unabhängige Quellen wiegen schwer.
- Aktuell bleiben. Veraltete Angaben werden übernommen und weiterverbreitet. Ein Impressum mit alter Adresse wandert in Antworten.
Was du dir sparen kannst
Rund um GEO ist ein Markt an Behauptungen entstanden. Diese Punkte halten wir für nicht belegt oder schlicht falsch:
- Ein "Eintrag" bei ChatGPT. Den gibt es nicht. Wer ihn verkauft, verkauft nichts.
- llms.txt als Ranking-Mechanismus. Google hat ausdrücklich erklärt, dass keine KI-spezifischen Dateien nötig sind. Was an dem Format dran ist, haben wir in llms.txt 2026 mit Quellen aufgearbeitet.
- Texte "für KI" umschreiben. Google rät in seinem Leitfaden ausdrücklich davon ab, Inhalte speziell für KI-Systeme zu zerstückeln oder umzuschreiben.
- Garantierte Nennungen. Antworten dieser Systeme sind nicht deterministisch. Dieselbe Frage kann morgen anders beantwortet werden.
Die ehrlichen Grenzen
Damit die Erwartung stimmt, drei Einschränkungen, die wir jedem Kunden sagen:
Es ist nicht steuerbar, nur beeinflussbar. Du kannst die Voraussetzungen schaffen. Ob ein System dich in einer bestimmten Antwort nennt, entscheidest nicht du.
Es ist schlecht messbar. Es gibt keine vollständige Statistik darüber, wie oft dein Unternehmen in Assistenten genannt wurde. Man kann stichprobenartig testen, aber die Ergebnisse schwanken je nach Formulierung, Zeitpunkt, Modellversion und Standort. Genau deshalb sind belastbare Aussagen selten.
Es verändert sich schnell. Was in diesem Feld vor einem Jahr galt, gilt heute teilweise nicht mehr. Wir schreiben deshalb dazu, worauf sich eine Aussage stützt - und aktualisieren, wenn sich die Grundlage ändert.
Für lokale Unternehmen ist der Weg kürzer als gedacht
Eine gute Nachricht zum Schluss: Für einen lokalen Betrieb ist die Ausgangslage besser als für ein großes Markenunternehmen im Wettbewerb um allgemeine Themen.
Wenn jemand fragt "Wer macht Badsanierungen im Raum Hof?", greifen diese Systeme auf lokale Quellen zurück - Unternehmensprofile, Verzeichnisse, Websites mit klarem Ortsbezug. Genau die Arbeit, die auch die lokale Suche stärkt, zahlt hier direkt ein: gepflegtes Google Unternehmensprofil, konsistente Daten, eigene Leistungsseiten, echte Inhalte zum Einzugsgebiet. Wie wir das regional angehen, steht in Local SEO in Oberfranken.
Anders gesagt: Für die meisten kleinen und mittleren Unternehmen ist GEO derzeit kein separates Projekt, sondern eine Nebenwirkung sauberer Grundlagenarbeit.
Zusammenfassung: Wie wird mein Unternehmen in ChatGPT gefunden?
Es gibt keinen Eintrag und keine Garantie. Was es gibt, sind Voraussetzungen: technisch zugängliche Seiten, eindeutige und konsistente Grundfakten, Inhalte, die Fragen direkt beantworten, eigene Seiten pro Thema, FAQ-Bereiche und unabhängige Erwähnungen im Netz.
Diese Arbeit erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass KI-Systeme dein Unternehmen korrekt erfassen und wiedergeben. Sie ist gleichzeitig die Arbeit, die dir in der klassischen Suche ohnehin nützt - was der praktische Grund ist, warum wir GEO nicht als Zusatzprodukt verkaufen, sondern als Teil einer sauber gebauten Website betrachten.
Du möchtest deine Website so aufbauen, dass Suchmaschinen und KI-Systeme dein Angebot möglichst gut verstehen können? Sprich unverbindlich mit uns - wir schauen uns die Grundlagen an. Mehr zu unserem Ansatz steht auf der Seite zu GEO und KI-Suche.


